Interview: Als Au-Pair in Amerika

Die vermutlich günstigste Variante nach der Schule einige Zeit im Ausland zu verbringen, ist die Möglichkeit als Au-Pair bei einer Familie zu leben. Dafür musst du mindestens 18 Jahre alt sein und einiges an Erfahrung in Betreuung mit Kindern vorweisen können. Natascha hat als Au-Pair zwei Jahre in den USA in Maryland verbracht. 

Hallo Natascha,
nach der Schule ging es für dich erstmal ins Ausland. Wie genau hast du dir diesen Traum erfüllt?

Ich habe mich bei der Organisation AIFS beworben, denn ohne Organisation kann man in Amerika kein Au-Pair Job machen. Das Visum kann nur ausgestellt werden, wenn man bestimmte Auflagen erfüllt und diese von der Agentur bestätigt bekommt.
Mit viel Unterstützung meiner Familie wurde der Traum dann Anfang Juli 2014 für mich Realität.

Und deine Gastfamilie? Wann hast du die zum ersten Mal kennengelernt?

Meine Gastfamilie habe ich durch das Portal der Agentur kennengelernt. Durch angegebene Details werden Interessen abgeglichen und dir Familien vorgeschlagen. Dann schreibt man meist ein paar E-Mails, um daraufhin meistens noch einmal zu Skypen.
Wenn es gar nicht passt, sucht man einfach weiter. Während des Jahres kann man ins sogenannte Rematch gehen, falls Komplikationen mit der Familie auftreten und eine neue Familie suchen.

Natasche und ihre Au Pair FamilieWie sah dein Alltag dort aus? Welche Aufgaben hat ein Au Pair?

Während der Schulzeit waren meine Alltage und Aufgabe sehr geregelt. Morgens Kinder wecken, beim fertig machen helfen und danach zum Schulbus fahren. Dann hatte ich Freizeit und um ca. 15 Uhr wurden die Kinder zu Hause mit einem Snack empfangen. Danach wurden Hausaufgaben gemacht und diverse Aufgabe erledigt. Des Weiteren brachte ich die Kinder zu ihren sportlichen Aktivitäten. Ein gemeinsames Abendessen stand auch auf dem Plan.

Und in deiner Freizeit?

In meiner Freizeit habe ich Freunde getroffen oder Sport gemacht. Heimweh war nicht so schlimm, da ich fast täglich Kontakt mit meiner Familie hatte. Freunde und Familie kamen mich besuchen und durften auch ein Teil meines Lebens dort sein.
Jeder Tag war etwas Besonderes. Es kommt immer darauf an, was man mit den Tagen anfängt.

Hättest du dir auch ein anderes Land als Amerika vorstellen können?

Ja, aber nur ein englischsprachiges Land.

Wie gut waren deine Englischkenntnisse zu Beginn deines Au Pair Aufenthalts?

Am Anfang konnte ich quasi keinen Satz auf Englisch sprechen und jetzt kann ich Englisch sehr sehr gut. Quasi wie meine zweite Muttersprache.

Das ist gut zu wissen, dass man auch mit schlechten Englischkenntnissen im Ausland überlebt.
Wem kannst du so einen Aufenthalt empfehlen?

Jeden der Interesse an der großen weiten Welt hat.

Welches Erlebnis ist dir besonders in Erinnerung geblieben?

Als ich in den falschen Zug gestiegen bin, auf dem Weg von New York zu meinem ersten Treffen mit meiner Gastfamilie.

Oh nein. Und das auch noch am Anfang. Wie bist du dann doch noch gut dort angekommen?

Ich habe das ehemaliger Au-Pair meiner Gastfamilie als Unterstützung angerufen und sie hat meiner Gastmama meine Situation erläutert. Also bin ich raus in New York, rein ins Taxi, einmal über den Times Square (schlimmste Autofahrt meines Lebens), zu einem anderen Bahnhof und mit neu gekauften Ticket ab in den richtigen Zug. Nach drei Stunden mehr als geplant, haben mich dann alle in Empfang genommen.

Das klingt abenteuerlich und hat bestimmt einiges an Nerven gekostet. Aber an solchen Situationen wächst man. Wie hat dich dein Auslandsaufenthalt verändert?

Ich bin selbstständiger geworden, kann Situationen besser einschätzen und vor allem klar strukturiert Verantwortung übernehmen.

Hast du für die Zukunft nochmal einen Aufenthalt im Ausland geplant?

Nach dem Studium wahrscheinlich, aber genaues weiß ich noch nicht.


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