Auslandssemester in Dänemark

Interview: Ein Erasmus-Semester in Kopenhagen

Erasmus Auslandsemester Dänemark Kopenhagen

Ein Auslandssemester über Erasmus ist an den deutschen Hochschulen inzwischen Gang und Gebe. Doch was macht man mit seiner Wohnung, wie lernt man am besten Leute kennen, warum sollte man überhaupt in einer fremden Sprache in einem fremden Land studieren und sein Studium damit womöglich noch verlängern?
Gwendolin hat Geoinformation studiert und 2016 ein Auslandssemester in Dänemark verbracht. Wie es ihr ergangen ist, erfahrt ihr in folgendem Interview.

Hallo Gwendolin,
ein halbes Jahr in Dänemark stelle ich mir großartig vor. Warum hast du dich für Kopenhagen entschieden?

Erasmus Auslandsemester Dänemark Kopenhagen
Als ich überlegt habe ein Erasmus Semester zu machen, hatte ich am Ende Riga und Kopenhagen in der engeren Auswahl. Riga wäre deutlich günstiger gewesen. Der akademische Ruf in Kopenhagen aber über die Grenzen sehr gut. Aus diesem Grund habe ich mich dann doch für Kopenhagen entschieden und nie bereut, da die Uni unglaublich modern und fortschrittlich war, die Stadt der Wahnsinn und das Leben in Dänemark einfach schön ist.

Wo hast du während dieser Zeit gewohnt?

Erasmus Auslandsemester Dänemark KopenhagenErst in lyngby in einer sehr schönen 2er-WG mit einer Dänin und dann in der Nähe der Stadt in Norrebrø in einem Haus mit drei Männern und nochmal 6 Leuten in der unteren Etage.

Wie bist du mit den Leuten vor Ort in Kontakt gekommen?

Ich hab die meisten Leuten durch die Uni kennen gelernt, hauptsächlich durch die Einführungswoche mit den ganzen Pub Crawls. Und durch den dänischen Sportverein. Ich habe durch beides noch mit Leuten Kontakt, hauptsächlich in Englisch und Deutsch.

Wie gut müssen deiner Meinung nach die Englischkenntnisse für ein Auslandssemester sein?

Sie müssen nicht so gut sein. Ich kenne auch Leute die vorher fast gar nichts konnten. Ich kam von Anfang an in den Vorlesungen gut zurecht und das Sprechen wurde dann automatisch immer besser, wenn man mit Nicht-Deutschen seine Zeit verbringt.

Also brauche ich mir keine Sorgen machen, wenn ich mit meinen Englischkenntnissen ins Ausland gehe. Was war dann für dich die größte Herausforderung?

Also man versteht ja meistens schon alles. Aber es wird nur besser wenn man selbst spricht. Ich habe zum Beispiel Deutsche gemieden. Hmm … gute Frage. Kann ich gar nicht so genau sagen.

Da müsste man ja eigentlich denken, dass man sich eher Freunde der selben Sprache sucht.
Aber dafür erinnerst du dich bestimmt noch an dein großartigstes Erlebnis?

Erasmus Auslandsemester Dänemark Kopenhagen
Ne, Deutsche kenne ich genug und ich gehe ja nicht ins Ausland, um die Zeit dort mit Deutschen zu verbringen. Mein großartigstes Erlebnis war mein Ausflug nach Lappland.

Da hast du doch bestimmt ein paar Fotos für uns? Und vielleicht noch einen Tipp, was man in Lappland auf jeden Fall gemacht haben sollte?

Hundeschlitten und Schneemobil fahren.

Das klingt nach einem großartigem Abenteuer. Wie hat dich das Auslandssemester verändert?

Schon sehr glaube ich. Der Umgang mit Menschen ist einfacher, da ich viele Nationalitäten kennengelernt habe. Man ist weltoffener und erfahrener. Ich würde sagen, man entwickelt sich allgemein weiter, wenn man neue Herausforderungen meistern muss.

Am Anfang hast du erzählt, dass gerade die Kopenhagener Uni einen guten Ruf hat. Wie hat sich die Uni in Kopenhagen zu der in Deutschland unterschieden?

Das kann man gar nicht alles aufzählen. Zum einen ist sie zehnmal größer, viel, viel, viel moderner und das System ist viel besser. Man hat Spaß am Lernen.

Wie schafft die Uni es durch das System mehr Spaß am Lernen zu kreieren?

Durch eine moderne und fortschrittliche Ausstattung, ein lockeres, entspanntes Lehrsytem, hat die DTU aus akademischer Sicht deutschen Universitäten einiges voraus. Die Angebote und der Aufbau der Lehrveranstaltungen, die Gemütlichkeit und die Freizeitangebote schafft es die Uni in Kopenhagen, dass Studenten gerne studieren.

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Wie sah für dich so ein typischer Tag an der Uni aus?

Ein typischer Tag an der Uni beinhaltet vormittags Seminare, dann Mittagessen, Gruppenarbeit in der Bibliothek, Freizeit am Kicker in einer der acht Bars auf dem Campus, welche regelmäßig Veranstaltungen planen. Da mehrere Studentenwohnheime auf und um den Campus sind, wirkt alles angenehmer und wohnlicher. Es gibt einen Supermarkt, einen Geldautomaten, Cantinen, Bars und jede Menge Freizeitangebote.

Gibt es etwas, was du ganz besonders vermisst, wenn du an deine Zeit in Kopenhagen zurückdenkst?

Erasmus Auslandsemester Dänemark Kopenhagen
Die Entspanntheit in der Stadt und das Lebensgefühl der Dänen das auch Hygge genannt wird. Das heißt übersetzt sowas wie Glückseligkeit.

Gab es auch etwas aus Deutschland, was du dort vermisst hast?

Ne, eigentlich nicht.

Wirklich nichts?

Naja, mein Freund kam mich fast jeden Monat besuchen.

Was würdest du einem Studenten raten, der Bedenken hat seine Wohnung aufzugeben und auch finanziell nicht so gut aufgestellt ist?

Ich würde meine Wohnung nicht aufgeben, sondern untervermieten. So macht das jeder. Es gibt viele Erasmus-Länder die deutlich günstiger sind als Deutschland. Es gibt Zuschüsse und die Möglichkeit von Stipendien oder Auslands-Bafög. Ich habe gespart und konnte mir so viel nebenbei leisten. Ansonsten gibt es auch Studentenkredite. Die Chance sollte man auf jeden Fall nutzen, denn das Sprachliche bringt einem im späteren Beruf auch große Vorteile.

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