Roadtrip von Sydney nach Brisbane, Ostküste Australien

Roadtrip an Australiens Ostküste – von Sydney nach Brisbane

Die Ostküste Australiens ist eine der beliebtesten Strecken. Ich bin den Teil von Sydney nach Brisbane gefahren und stelle dir hier meine Route samt Highlights und Kosten vor. Den Roadtrip haben wir zu dritt gemacht, sodass sich die Kosten für Mietwagen, Sprit und Unterkünfte durch drei geteilt haben. Das ist wesentlich günstiger, als alleine zu reisen.

Tag 1-2: Sydney – nicht die Hauptstadt von Australien

Sydney Opera House vom botanischen Garten aus.

Wenn du an Australien denkst, hast du entweder sofort ein Känguru vor Augen – oder das weiße Opernhaus von Sydney. Sydney ist für Touristen vielleicht die beliebteste Stadt in Australien, die Hauptstadt des Landes ist jedoch Canberra. Ganz ehrlich? Nicht einmal ich weiß auf Anhieb wo das genau ist.

Coogee to Bondi Beach Walkway

Unser Roadtrip startete mit zwei Tagen Aufenthalt in Sydney. Unsere Unterkunft hatten wir am Kings Cross (nein, das ist nicht das in London, wo Harry Potter auf die Wand zwischen Gleis 9 und 10 zugelaufen ist). Das ist das Partyviertel hier in Sydney. Überall sind Pubs, Restaurants und Bars zu finden. Vom Kings Cross kannst du runter an den Hafen laufen und von dort aus über den Botanischen Garten bis zum Opernhaus. Direkt dahinter befindet sich die Harbour Bridge und dann endet mein städtisches Sight Seeing auch. Überall tummeln sich busseweise Touristen. Mein Bedürfnis nach Stadtleben hat sich gelegt und ich hole mir eine Opal Card, lade sie mit 10 AUD Guthaben auf und fahre mit dem Bus nach Coogee raus. Dort gibt es einen Beach Walk bis nach Bondi Beach runter. Sechs Kilometer ist der Weg lang. Ich beobachte Surfer im Wasser und genieße den Ausblick aufs Meer.

Geheimtipp: Coastalwalks in Sydney

Spit to Manly Coastal Walk

Unser zweiter Tag in Sydney ist ein Sonntag. Der Tag, an dem der Höchstbetrag der Opal Card bei 2,60 AUD liegt. Deshalb fahre ich mit dem Bus nach Spit. Dort gibt es den Spit Bridge to Manly Coastal Walk, der zehn Kilometer lang ist. Diesmal gibt es nicht nur Strände zu sehen, es geht auch auf einen Hügel hinauf, von dem aus du die Aussicht auf die Skyline der Stadt genießen kannst. In Manly steige ich in die Fähre ein, deren Ticketpreis ebenfalls mit der Opal Card abgegolten ist und kann die Harbour Bridge bei Sonnenuntergang vom Wasser aus erleben.
Die beiden Walks sind definitiv mein Highlight in dieser Stadt gewesen. Sonst war sie sehr voll und lebendig. Auf den Walks und den dazugehörigen Stränden war auch einiges los, dennoch fühlte ich mich dort freier.

Tag 3: Sydney nach Port Stephens

200 km, 2 Stunden 30 Minuten Fahrt

Port Stephens, Nelson Bay Sonnenuntergang am Strand.

Von Sydney aus fahren wir nach Port Stephens. In Sydney staut sich der Verkehr. Wir nehmen einen kleinen Umweg, da wir sonst für eine der Brücken Maut bezahlen würden. Das geht hier automatisch über das Kennzeichnen. Vermutlich würde die Mietwagenfirma uns dann die Rechnung schicken.
Der Highway sieht aus wie unsere Autobahn. Nur mit Fahrradspuren an der Seite. Immer mal wieder führen Tourist Drives von der Straße runter. Die Abfahrspuren sind hier sowohl links, als auch rechts. Je weiter wir uns von Sydney entfernen, desto leerer wird der Highway. 110 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit.

Anna Bay Sandduenen

Einen kurzen Zwischenstopp machen wir in Anna Bay. Hier gibt es wüstenartige Sanddünen. Sandboarding, Quad fahren und Kamelreiten wird angeboten. Allerdings nicht montags, da ist Ruhetag. Und welchen Tag haben wir heute? Genau, Montag.
Ein paar private Autofahrer lassen die Luft von ihren Reifen. Kurz bin ich versucht einen anzusprechen, ob er uns ein bisschen mit über die Dünen nimmt, traue mich dann aber doch nicht zu fragen.
Die Sonne knallt auf uns nieder und wir setzen unseren Weg nach Nelson Bay fort. Hier haben wir eine Unterkunft direkt am Strand. Doch das Wasser ist eiskalt. Mehr als meine Füße bekomme ich nicht rein. Dafür ist es klar, ohne Wellen. Ein paar Fische beobachte ich beim schwimmen.

Tag 4: Port Stephens über Port Macquarie nach Coffs Harbour

400 km, 4 Stunden und 15 Minuten Fahrt

Koala Hospital in Port Macquarie

Die Australier lieben Kreisverkehre. Ich navigiere. Meine Ansage ist, dass wir in zwanzig Kreisverkehren wieder auf den Highway auffahren können. Und das auch noch im Linksverkehr. Da heute der größte Abschnitt vor uns liegt, teilen wir ihn in zwei Hälften auf. Mittagspause wird in Port Macquarie gemacht. Dort gibt es ein Koala Hospital, das kostenlos zugänglich ist. Die Koalas halten alle Mittagsschlaf. Einen schlafenden Koala anzutreffen ist ziemlich einfach, immerhin tun die das zwanzig Stunden am Tag.
Die Koalas sind hier, weil sie Chlamydien haben, die Krallen verloren und nicht mehr klettern können oder einen Unfall mit einem Auto hatten. Führungen werden auch angeboten. So lange bleiben wir aber nicht mehr, denn in Coffs Harbour ist ein Strandshooting geplant. Nach der kühlen Überraschung in Nelson Bay ziehe ich erst gar keine Schwimmsachen an. Leider, denn das Wasser ist hier angenehm warm, die Wellen hoch. Den Sonnenuntergang genießen wir am Strand.

Tag 5: Coffs Harbour über Emerald Beach nach Byron Bay

250 km, 3 Stunden und 15 Minuten Fahrt

Kängurus an der Autobahn

Ganze zehn Tage bin ich nun in Australien und ich habe noch kein Känguru gesehen. Ich möchte nichts mehr dem Zufall überlassen und setze meine Recherchen fort. Über google habe ich nichts gefunden, aber bei Instagram tauchen unter dem #coffsharbour immer wieder Kängurubilder auf. Ich schaue mir den Standort an und navigiere uns nach Emerald Beach. Der 1,5 km lange Rundweg Look at me now Headland ist für seine Kängurupopulation bekannt. Wir laufen den ersten Hügel hinauf und sehen keine. Enttäuscht stapfen wir weiter. Kängurus sind wie die Rehe bei uns in der Morgen- und der Abenddämmerung aktiv. Sind wir vielleicht einfach zu spät aufgestanden?

Look at me know Headland in Emerald Beach

Kängurus am Emerald Beach

Beim nächsten Hügel haben wir Erfolg. Von weitem sehe ich etwas über den Hügel hüpfen. Vorsichtig nähern wir uns den Gestalten. Und es sind tatsächlich Kängurus! Die Tiere aus dem Zoo in Erfurt hatte ich viel kleiner in Erinnerung. Und tatsächlich können Kängurus, wenn sie sich auf ihre Hinterbeine stellen, bis zu zwei Meter groß werden. Auch wenn diese hier sehr zahm wirken, halten wir Sicherheitsabstand. Bei Sydney haben angefütterte Kängurus, die zuckersüchtig wurden, Touristen krankenhausreif geprügelt.
Es ist ein unbeschreibliches Gefühl endlich einmal ein Känguru in live zu sehen.

Nach gefühlten Stunden setzen wir unseren Weg nach Byron Bay fort. Ein kleines Küstenörtchen mit einem schönen Strand. Den letzten Tourist Drive nehmen wir mit und fahren am Macadamia Castle vorbei. Minigolf und ein kleiner heimischer Zoo, neben ganz vielen Macadamia Produkten finden wir hier. Wenn du mit Kindern unterwegs bist ein Paradies. Auch wir geraten in Versuchung uns den Zoo anzusehen, geben uns dann aber mit einem Macadamia-Mango-Eis zufrieden.
In Byron Bay gehen wir an den Strand. Eigentlich ist mir das Wasser diesmal wieder zu kalt. Bis zu den Knien wage ich mich rein. Mit der großen Welle die da kommt, habe ich jedoch nicht gerechnet. Von oben bis unten werde ich nass. Dann kann ich diesmal auch ganz ins Wasser gehen.

Tag 6: Byron Bay nach Lamington Nationalpark

130 km, 2 Stunden Fahrt

Auf der Strecke sind wir an einigen Nationalparks vorbeigefahren, die wir besuchen hätten können. Nach eingehender Bilderrecherche, entschieden wir uns für den Lamington Nationalpark. Wenn du etwas mehr Zeit hast als wir, kannst du an dieser Stelle noch einen Abstecher zum Surfers Paradies und der Gold Coast machen. Allgemein gibt es auf diesem Weg so viel zu entdecken, dass du dir unbedingt mehr Zeit nehmen solltest, als die fünf Tage, die wir den Mietwagen zur Verfügung haben. An jeden Ort nur eine Nacht verbringen reicht zwar, um einen kurzen Eindruck zu bekommen, ist aber alles andere als entspannt. Viel lieber wäre ich ein paar Tage in Byron Bay geblieben und hätte ein paar Surfstunden genommen. Beim nächsten Roadtrip vielleicht.


Lamington Nationalpark

Über den Ausflug in den Lamington Nationalpark findest du hier meinen Reisebericht. Wanderungen im Urwald, erste Begegnungen mit Schlangen in freier Wildbahn und ein Unwetter in der Nacht. Dazu grandiose Aussichten und weitere Abenteuerangebote erwarten dich hier.


Tag 7: Vom Lamington Nationalpark nach Brisbane

115 km, 1 Stunde und 35 Minuten Fahrt

Skyline von Brisbane

Nach dem Sonnenaufgang fahren wir los. Den Mietwagen geben wir in Brisbane am Flughafen ab und fahren mit der Metro in die Stadt. Umgerechnet 21 Euro kostet mich das Hin- und Rückfahrticket.
Brisbane gefällt mir. Die Stadt ist ruhig und etwas leerer als Sydney. Dafür lockt sie nicht mit so vielen Erlebnisangeboten wie Sydney. Wir spazieren an der Uferpromenade South Banks entlang. Ein Schwimmbad ist direkt vor der Skyline der Stadt. Eintritt will hier niemand sehen. Viele Parkanlagen laden zum joggen oder entspannen ein. Mit dem Zug kannst du innerhalb einer Stunde bis an die Gold Coast fahren, um dort im Meer zu surfen. Surfbretter dürfen selbstverständlich im Zug transportiert werden. Das ist wie Fahrradfahren bei uns. Apropos Fahrrad: Ich habe auch schon Surfbretthalter auf einem Fahrrad gesehen.
Das bisher gute Wetter will leider nicht halten und die Temperaturen kühlen von 30° auf 20° runter. Durchnässt fahren wir mit einer der deutschen Bahn konkurrenzmachenden Verspätung mit der Metro zurück zum Flughafen, wo unser Hotel auf uns wartet. Der letzte Tag in Australien, bevor es ins nächste Abenteuer geht.

Fazit

Um flexibler bei deiner Reise zu sein, empfiehlt sich die Fahrt mit einem Auto, statt mit Bus oder Bahn. Wir haben den Roadtrip (ohne den Aufenthalt in Sydney) in fünf Tagen gemacht. Das war meines Erachtens recht wenig Zeit. Einige Nationalparks hätte es auf der Straße noch gegeben und an den einzelnen Orten kannst du vielen Strandaktivitäten nachgehen. Gerade die Reise mit dem Camper lockt an dieser Stelle. Das Wetter ist im März noch richtig warm und die Campingplätze oft direkt am Strand.

Kostenübersicht

Mietwagen für 5 Tage, Fahrer über 27 Jahre50 € (150 € Gesamt/3 Personen)
Sprit für 1.095 Kilometer24 € (72 € Gesamt/ 3 Personen)
Unterkünfte in Motels, 7 Nächte210 € (30 € pro Nacht/p.P.)
Verpflegung84 € (12 € pro Tag/p.P.)
Gesamtkosten368 € pro Person

Eine Kostenaufstellung für meinen gesamten Australienaufenthalt findest du bald hier.


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6 Comments

  1. Hallo Alexa, schöne und interessante Reisebericht, lese immer wieder mal. Ich hoffe es geht dir gut und du hast noch viele tolle Erlebnisse.
    Liebe Grüße vom “alten Michael”. Der dich bewundert für das was du dich traust.

  2. Liebe Alexa,
    wow du warst an vielen I, die ich damals nicht gesehen habe. Super schöne Bilder ?Und jetzt bist du in Neuseeland? Ich liebe dieses Land und freue mich auf deine Berichte von dort ?

    lg Nele

    1. Hey Nele,

      dankeschön! Ja, ich bin jetzt seit einem Monat im wunderschönen Neuseeland und es ist großartig. Ich arbeite gerade an meinem Bericht zum Abel Tasman Coast Track. Und dann an meiner Routenempfehlung für die Südinsel. Ich denke mal, die wird Ende Mai erscheinen.

      Liebe Grüße aus Dunedin,
      Alexa

  3. Hi Alexa,

    Australien ist schon soooo lange auf meiner Liste! Und deine Beiträge lassen meine Reiselust wachsen und wachsen. Total interessant find ich die Kostenübersicht! Also ich hätte ja auf viiieel mehr getippt.

    Liebe Grüße,
    Angie

    1. Hey Angie,

      dann warte mal die Neuseelandkostenübersicht ab. Da gibt es die tatsächlichen Kosten vs. die Kosten die ich gehabt hätte, wenn ich alles machen würde, was hier angeboten wird. Das wird ein Spaß.

      Liebe Grüße,
      Alexa

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