10 ultimative Tipps wie du als Alleinreisender besser Leute kennenlernen kannst

Du hast diese Überschrift gesehen und den Artikel dazu geöffnet, weil es dir genauso geht wie mir: Dir fällt es schwer, Leute kennenzulernen.

Von allen habe ich gesagt bekommen, wie einfach es doch ist, als Alleinreisender Leute kennenzulernen. Die Realität sieht anders aus, wenn du Introvertiert oder sogar noch dazu schüchtern bist. Gerade auf Reisen stößt du hier immer wieder an deine Grenzen, weil die Kontakte, die du schließt, nicht von langer Dauer sind. Immer und immer wieder musst du neu auf Leute zugehen, Freundschaften aufbauen und dich überwinden.

Deshalb habe ich für dich meine ultimativen Tipps zusammengestellt, die dir das Leute kennenlernen etwas erleichtern werden. Der erste Tipp klingt jetzt etwas komisch, aber …

1. Lerne dir selbst genug zu sein

Sei dir selbst genug

Hä? Das ist doch ein Beitrag darüber, wie du Menschen kennenlernen sollst. Warum bitte empfehle ich dir jetzt bitte allein zu sein?

Aus der Verzweiflung heraus werden falsche Entscheidungen getroffen. Du lässt dich vielleicht zu Dingen überreden, die du gar nicht machen willst. Vielleicht sitzt du am Frühstückstisch und schließt dich einer Gruppe Reisender an, die eine teure Schiffstour an dem Tag machen wollen. Das sprengt nur leider dein Budget. Trotzdem gehst du mit, um nicht allein zu sein.

Ganz ehrlich? Das hast du nicht nötig. Du wirst Menschen bei den Aktivitäten finden, die dir selbst Spaß machen. Und weißt du was?

Menschen, die mit sich selbst zufrieden sind – sich selbst genug –, die haben eine vollkommen andere Ausstrahlung, als jemand, der verzweifelt nach Anschluss sucht. Bisher bin ich immer dann mit Leuten in Kontakt gekommen, wenn ich vollkommen zufrieden mit dem war, was ich gerade tue.

Setz dich nicht unter Druck. Aber sei neugierig und offen für neue Bekanntschaften.

2. Die richtige Unterkunft

Die richtige Unterkunft um auf Reisen Leute kennenzulernen

Wenn du allein in deinem Hotelzimmer hockst, dann wirst du niemals Menschen finden, die etwas mit dir unternehmen.

Denk einmal darüber nach, in einem Hostel zu übernachten. Auch dort gibt es zur Not Einzelzimmer. Der Vorteil ist, dass du die Küche mit benutzen kannst und auch den Gemeinschaftsbereich. Und genau dort triffst du andere Reisende wie dich. So bin ich in Hawaii jeden Morgen mit einem Menschen mehr an meiner Seite vom Frühstückstisch aufgestanden. Oder hab eine Gruppe Mädels sich auf Deutsch unterhalten gehört. Und damit mein nächster Tipp:

3. Suche Gemeinsamkeiten

Gemeinsamkeit Wandern

In einem fremden Land deutsche Stimmen zu hören, ruft etwas Vertrautes in dir wach. Und damit hast du auch direkt ein Gesprächsaufhänger. Du wirst mit Menschen in Kontakt kommen, die du in Deutschland niemals angesprochen hättest. Aber hier habt ihr eine Gemeinsamkeit: Die selbe Herkunft. Dir wird das kleine Kuhkaff, aus dem dein Gegenüber kommt etwas sagen. Dem Afrikaner neben euch nicht.

Was noch wichtig ist für den Erfolg eurer zwischenmenschlichen Beziehung: Es gibt so viele unterschiedliche Reisestile und Interessen. Suche also bei den Aktivitäten, die du gerne machst, nach Menschen. Dann habt ihr schon einmal die selbe Interessen, ein Gesprächsaufhänger und die Wahrscheinlichkeit ist höher, dass ihr auf einer Wellenlänge liegt.

Tipps für Gemeinsamkeiten

4. Free Walking Tours

Free Walking Touren um Leute kennenzulernen

Ich bin noch nie nach einer Free Walking Tour alleine nach Hause gegangen. Okay, das klingt jetzt etwas verkehrt. Hilft es, wenn ich dir sage, dass es bisher nur Frauen waren? Nein? Okay, ich formulier es mal anders: Bei einer Free Walking Tour achten die Tourguides darauf mit den Teilnehmern zu kommunizieren. Sie stellen euch Fragen, jeder muss sich kurz vorstellen und damit kommen schon die ersten Gesprächsaufhänger zwischen den einzelnen Walking Stationen auf.

Nach der Free Walking Tour in San Francisco bekamen wir noch einige Tipps wo wir Mittagessen gehen können und die einzige andere allein reisende Frau sprach mich an, ob wir zusammen essen gehen wollen. Auch in Auckland lernte ich ein anderes Mädchen kennen, die am nächsten Tag genau wie ich Neuseeland verlassen würde. Womit wir wieder bei den Gemeinsamkeiten wären.

5. Der richtige Gesprächseinstieg

Der richtige Gesprächseinstieg

Am einfachsten machst du es dir, wenn du fragst woher der andere kommt und wohin er geht. Da ihr beide auf Reisen seid, habt ihr beide viel zu erzählen und könnt euch sogar gegenseitig Tipps geben oder vielleicht sogar den Mietwagen teilen.

Wirklich originell sind die Fragen nach einiger Zeit nicht mehr. Ich war zwischenzeitlich sogar recht genervt davon, weil ich jeden Tag mehrfach meine Geschichte erzählen musste und die unter Reisenden eben nichts besonderes ist.

Wenn du auffallen und im Gedächtnis bleiben willst, werde kreativ. Beobachte, gehe auf die Situation ein, in der ihr euch gerade befindet und überlege dir auf jeden Fall offene Fragen. Wenn du eine Frage stellst, die dein Gegenüber nur mit Ja oder Nein beantworten kann, wird er nicht viel reden. Wenn du stattdessen eine offene Frage stellst, muss er wohl oder übel auch mit mehr als einem Wort antworten (Wobei, es gibt auch Leute die das Talent haben auf offene Fragen geschlossen zu antworten. Bei denen ist wohl Hopfen und Malz verloren. Wenn jemand wirklich Interesse hat mit dir zu reden, dann wird er dir auch offen antworten).

Beispiel:


Geschlossene Frage:
Warst du schon in Australien?

Offene Frage: Welche Länder hast du in den letzten Monaten bereist?

6. Couchsurfing, Soziale Netzwerke und Freiwilligenarbeit

Freiwilligenarbeit auf Farmen

Wenn du doch noch ein bisschen davor zurückschreckst in der Realität auf Menschen zuzugehen, gibt es noch immer die Möglichkeit aufs Internet zurückzugreifen. Ich selbst habe mich zum Beispiel mit anderen Reisenden über Instagram verabredet, über die regionale New Plymouth Facebook Gruppe jemanden gefunden, mit dem ich die letzten Folgen Game of Thrones gucken konnte und habe mithilfe von helpx einige Gastfamilien gehabt, die mich voll in ihr Familienleben integriert haben. Sind die Gastgeber auf einem Geburtstag eingeladen, darf ich wie selbstverständlich auch mit hin. Oder zum wöchentlichen Rugbyspiel der Kinder. Einmal war ich sogar mit anderen Helfern zusammen bei einer Familie und habe mit denen etwas unternommen.

Folgende Netzwerke kommen in Frage:

7. Suche andere Alleinreisende

Leute kennenlernen auf Ausflügen für Alleinreisende

Du kennst das bestimmt von daheim: Da wo schon Gruppen existieren, fühlst du dich wie ein Fremdkörper. Es ist schwer sich in eine bestehende Gruppe zu integrieren.

Deshalb erleichtere dir das Leben und geh auf Alleinreisende zu. Sitzt da einer allein am Frühstückstisch? Dann setz dich dazu, statt zu der Gruppe Mädels aus Deutschland am Nachbartisch. Gerade in Neuseeland empfand ich es in den Hostels als sehr schwierig, jemanden kennenzulernen. Oft wohnten dort auch die Work and Traveller, die für mehrere Wochen an diesen Ort gebunden sind und sich deshalb bereits wie eine kleine Familie mit den anderen vor Ort formiert haben. Leute wie dich, die jeden Tag kommen und gehen, werden da nicht unbedingt integriert.

Alleinreisende findest du zum Beispiel:

  • In YHA-Hostels (dort ist die maximale Aufenthaltsdauer beschränkt)
  • Co-Working Spaces
  • Übers Internet
  • Bei Tagesausflügen
  • Kursen vor Ort
  • Während einer Free Walking Tour

8. Trau dich und mach den ersten Schritt

Der erste Schritt: Geh auf Leute zu, statt darauf zu warten, dass sie dich ansprechen

Du siehst ein anderes Mädchen, das alleine am Flughafen sitzt und auf den selben Flieger wartet wie du? Setz dich neben sie und stell die total dumme Frage, ob sie auch in das nächste Land reist. Ist offensichtlich, bewegt sie aber hoffentlich dazu mehr zu erzählen. Wenn du jetzt den Trick mit der offenen Frage anwenden willst, dann frag sie, wie lange sie schon unterwegs ist, wie schwer ihr der Abschied vom Land in dem ihr gerade seid fällt, was sie dort gemacht hat oder ganz klassisch (leider wieder geschlossen, ist mir aber bisher immer offen drauf geantwortet worden): „Du bist auch allein unterwegs?“

9. Gesprächsführung die dir das Leben erleichtert

Lächeln ist die halbe Miete

Jetzt bist du am andere Ende der Welt, dein Englisch ist vielleicht nicht das beste und schüchtern bist du noch obendrein. Beste Voraussetzungen, um auf Leute zuzugehen. Ist die erste Hürde einmal gemeistert geht es darum, das Gespräch am Laufen zu halten. Manche Menschen sind richtig offen und werden dir ein Ohr abkauen. Anderen geht es vielleicht ähnlich wie dir und denen musst du alles aus der Nase ziehen. Wie du eben schon gelernt hast, sollst du offene Fragen stellen. Wenn dir nun einfach keine einfallen, ist das auch kein Problem. Wichtig ist, dass du fragst. Denn damit zeigst du Interesse an deinem Gegenüber. Menschen reden meistens recht gerne über sich. Und wenn der andere durch Fragen zum Reden gezwungen wird, musst du während dieser Zeit deine fünf Brocken Englisch nicht zusammenkramen.

Ein weiterer ziemlich simpler Tipp: Lächeln. Schenke den Menschen in deiner Umgebung ein Lächeln und du wirst sehen, wie schnell du mit ihnen ins Gespräch kommen wirst. Wenn du dich nicht traust den ersten Schritt zu tun und jemanden ansprichst, vielleicht bewegt ihn dein Lächeln dazu, eben dich anzusprechen.

10. Galaxy Pants

Galaxy Pants

Ich bin wirklich kein Freund von bunten Klamotten. Aber meine Sporthose mit Sternenmuster musste einfach mit. Total bequem, große Taschen und die Galaxy auf meinen Beinen ist doch noch nicht so auffällig wie eine quietschpinke Yoga-Hose.

Was wirklich lustig ist: Ich habe noch nie so viele Komplimente bekommen, wie wenn ich diese Hose trage. Unbekannte Leute auf der Straße lächeln mich im Vorbeigehen an und sagen sowas wie „Love your Pants“ oder „Cool Pants“. Keine Ahnung, ob das Menschen mit Modebewusstsein immer so geht, für mich war es jedenfalls neu.

Was du für dich daraus mitnehmen kannst – außer, dass du eine Galaxy auf deinen Beinen tragen solltest – ist, dass du auch einfach Menschen Komplimente machen kannst. Du bist irgendwo weit weg von zu Hause und die Wahrscheinlichkeit, dass die Menschen dir noch ein zweites Mal über den Weg laufen werden, ist gering. Also mach dich ruhig zum Affen und sag den Leuten, was du denkst. Jemand hat eine coole Haarfarbe oder ein schönes Tattoo? Oder trägt eine lustige Hose? Sag es ihm. Nicht nur, dass ihr vielleicht darüber in Kontakt kommen könnt, du machst außerdem jemanden eine Freude an diesem Tag.

Übrigens funktioniert das auch anders: Hab mal ein Ehepaar getroffen, die sich kennengelernt haben, weil er sie beleidigt hat. Werfe jetzt aber bitte nicht mit Beleidigungen um dich und hoffe, dass du deinen zukünftigen Traumpartner finden wirst. Zu Risiken und Nebenwirkungen bitte nicht auf mich verweisen.

Wie lernst du am besten Leute kennen?

Während ich immer genau dann Leute kennenlerne, wenn ich eigentlich mal in Ruhe am Blog arbeiten will, hoffe ich, dass du Menschen findest, wenn du sie brauchst.

Schreib mir, was dir bisher beim Menschen Kennenlernen auf Reisen geholfen hat und welchen meiner Tipps du am besten findest.


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5 Comments

  1. Wir lernen Leute am meisten beim Essen und bei gemeinsamen Ausflügen kennen. Gemeinsame Interessen stärken und man lernt Leute kennen, die das gleiche interessiert. =)

  2. Hey Alexa,
    ich ticke da ziemlich ähnlich und würde mich auch eher als introvertiert bezeichnen.
    Daher bin ich sowas von gespannt, wie es mir jetzt auf meiner ersten langen Wanderung alleine ergehen wird.
    Wenn ich ehrlich bin, freue ich mich jetzt erstmal darauf nur alleine zu sein und mal so richtig Zeit für mich zu haben. Aber wer weiß, es ist ein Experiment, und wenn ich nach ein paar Tagen oder Wochen dann doch wieder Lust auf Kontakte und Gesellschaft habe, werde ich sicherlich gerne an Deine ganzen Tipps aus diesem Artikel zurückdenken.

    Danke dafür und liebe Grüße,
    Sabrina

  3. Super coole Tipps.
    Wenn man alleine unterwegs ist kann man sie wirklich gut gebrauchen. Eine Reise möchte man ja auch genießen und da braucht man auch Menschen um sich herum.
    Toll das du das zusammengefasst hast.

    Liebe Grüße
    Katrin Haberstock

    1. Hallo,
      ja diese „Problematik“ kenne ich auch. Ich war 2009 drei Monate alleine unterwegs und einige Punkte, die du erwähnt hast, kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich glaube auch, dass es hilfreich ist, wenn man grundsätzlich mit sich selbst alleine sein kann. Nichtsdestotrotz ergeben sich auf Reisen auch tolle Bekanntschaften. Ich war damals auch nur in Hostels, das alleine ist auf jeden Fall schon mal hilfreich für neue Kontakte!!
      Liebe Grüße
      Kerstin

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